Familienverband: „Von der Bundespolitik maßlos enttäuscht – ein Budget ohne Mut und Visionen. Die Jugend und die Familien zahlen die Zeche.“
Wie sehr die Familien der Bundespolitik in der Realität am Herzen liegen, zeigt ein einfacher Vergleich. Die von Familien- und Wirtschaftsminister Mitterlehner (ÖVP) als bahnbrechender Erfolg gefeierte „Wurstpapierverordnung“ gibt den Unternehmen bis 31.12.2015 Zeit, ihre Waagen umzurüsten. Weil man Unternehmen nicht zumuten kann – vielleicht auch zu Recht – die dafür notwendigen finanziellen Investitionen von heute auf morgen zu tätigen.
„Den Familien werden aber massive Kürzungen der Leistungen von heute auf morgen zugemutet, um das durch Geldgier und Profitmaximierung Einzelner verursachte Budgetloch zu stopfen.“ Ganz nach dem Motto „Geht es der Wirtschaft gut, geht es allen gut.“
Prenn: „Dieses Motto greift
absolut zu kurz. Denn wenn es den Familien nicht gut geht, wird es der
Wirtschaft auch nicht gut gehen können.“
Der Familienverband
vermisst bei dem von der Regierung verabschiedeten Budgetentwurf jegliche
Perspektive. Es müssten endlich tief greifende Struktur- und Verwaltungsreformen
angepackt werden. Insbesondere für die seit Jahren ausgelassene Reform des
Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) müsste es einen erkennbaren
Reformwillen und einen entsprechenden Zeitplan geben. Die Erwartung, dass die Regierung den
vielfältigen Bürgerprotest aufnimmt und substanzielle
Veränderungen vornimmt, habe sich
leider nicht erfüllt.
Die am Samstag unmittelbar
vor der Großdemonstration bekannt gegebenen marginalen Änderungen beim
Familienbudget können die Empörung der Familien sicher nicht besänftigen.
Der Familienverbandsobmann: „Das Budget zu sanieren, indem bei der Familienbeihilfe
und beim Pflegegeld gekürzt wird sowie die Steuern erhöht werden, ist kein
Zukunftskonzept, werden dadurch doch die innerfamiliären Leistungen, die von den
Familien für die Gesellschaft erbracht werden, nicht erkennbar
wertgeschätzt.“
Nach der Budgetrede kündigt
Prenn an: „Unser
Protest geht weiter. In Vorarlberg haben wir bereits 4.100
Unterschriften gegen diese Kürzungspläne auf dem Tisch. Dem Vernehmen nach sind auch viele
Nationalratsabgeordnete der Regierungsparteien unzufrieden mit den
Kürzungen.
„Am Abstimmungsergebnis wird man erkennen können, ob den Worten
auch Taten folgen und die Nationalräte am 22.12. ablehnen und damit den Familien
und der Jugend ein wirkliches Weihnachtsgeschenk machen.“
Familienverband erwägt
Verfassungsklage
Der Dachverband Katholischer Familienverband Österreich (KFÖ) überlegt eine Verfassungsklage. Der Staat ist nämlich nach Judikatur des Verfassungsgerichtshofs verpflichtet, die Hälfte der Unterhaltslast von Kindern entweder durch Transferleistungen oder durch Steuerbegünstigungen auszugleichen. Dies sieht der KFÖ aufgrund der Kürzungen der Familiengelder und der seit Jahren nicht erfolgten Valorisierung gefährdet.





